RatgeberFormalia

Die Zitierrichtlinien deiner Fakultät

„Zitiert wird nach den Regeln des Lehrstuhls“ steht auf fast jedem Aufgabenblatt. Was dort nicht steht: Diese Regeln unterscheiden sich, und zwar an Stellen, die man beim Lesen überliest und beim Schreiben hundertmal trifft.

Juristische Zitiervorgaben unterscheiden sich von Lehrstuhl zu Lehrstuhl: In sieben im September 2026 verglichenen Zitiervorgaben wichen sie an mindestens fünf Stellen voneinander ab, nämlich bei Fundstelle, Randnummer, Bearbeiter, Auflage und Literaturverzeichnis. Maßgeblich sind die Vorgaben deines Lehrstuhls.

Stand: Oktober 2026

Woran sie sich unterscheiden

Sieben öffentlich zugängliche Zitiervorgaben deutscher Fakultäten und Lehrstühle, im September 2026 nebeneinandergelegt: Kein einziges davon ist „der“ juristische Zitierstil. Sie weichen an mindestens fünf Stellen voneinander ab, und jede davon kommt in einer Hausarbeit dutzendfach vor.

Stellen, an denen juristische Zitiervorgaben auseinandergehen
StelleEine FassungDie andere
FundstelleBGHZ 84, 230 (235)BGHZ 161, 389, 392
RandnummerRn. 42Rdnr. 42 oder Rdn. 42
BearbeiterMüKo-Bearbeiter, § 1004Bearbeiter, in: MüKo, § 1004
Auflage3. Aufl.3. Auflage
Verzeichnisohne Zusatzmit „zit.:“-Zusatz

Quelle: Eigene Auswertung von sieben öffentlich zugänglichen Zitiervorgaben deutscher juristischer Fakultäten und Lehrstühle, Stand 06.09.2026

Warum das mehr ist als eine Formfrage

Formalia werden in juristischen Hausarbeiten eigens bewertet, und ein durchgehend falsches Zitierschema fällt auf jeder Seite auf, anders als ein einzelner inhaltlicher Fehler. In einem entschiedenen Fall hat eine Hausarbeit allein wegen Formfehlern null Punkte bekommen.

Das ist ein Extremfall und kein Regelfall. Er zeigt aber, in welche Richtung die Formalia wirken: Sie bringen keine Punkte, wenn sie stimmen, und sie kosten welche, wenn sie nicht stimmen.

Quelle: VG Ansbach, Urteil vom 26.10.2017 – AN 2 K 17.8, Bericht bei jura-online.de vom 15.01.2018

Was du praktisch tun kannst

  • Die Vorgaben suchen, bevor du die erste Fußnote setzt. Sie stehen meist auf der Lehrstuhlseite, manchmal nur im Ordner zur Veranstaltung und fast nie auf dem Aufgabenblatt selbst.
  • Die fünf Stellen aus der Tabelle oben darin nachschlagen und aufschreiben. Das dauert zehn Minuten und erspart das Suchen und Ersetzen am Ende.
  • Steht etwas nicht drin, eine Fassung wählen und sie durchhalten. Uneinheitlichkeit fällt stärker auf als eine vertretbare Entscheidung.
  • Nicht auf halbem Weg umstellen. Wer nach vierzig Fußnoten das Schema wechselt, hat beide im Dokument.

So macht es QuellenPilot

Du wählst den Stil einmal, und jede Fußnote folgt ihm, auch die, die du in drei Wochen setzt. Stellt sich heraus, dass die Vorgaben es anders wollen, stellst du den Stil um, und die schon gesetzten Fußnoten ziehen mit; von Hand wäre das ein Suchen-und-Ersetzen über das ganze Dokument.

Für den Fall, dass keine der eingebauten Vorlagen passt: Du kannst die Vorgaben deines Lehrstuhls einlesen, und QuellenPilot leitet die Entscheidungen daraus ab: Fundstelle in Klammer oder mit Komma, Rn. oder Rdnr., Bearbeiter mit Bindestrich oder mit „in:“. Was es erkannt hat, steht danach einzeln da und ist änderbar.

„Prüfen“ meldet am Ende, wo das Dokument von dem Stil abweicht, den du eingestellt hast, also genau die Stellen, die beim Lesen untergehen und beim Korrigieren auffallen.

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